Mutter, schallt es immerfort und fast ohne Pause. Mutter hier und Mutter dort in dem ganzen Hause. Überall zugleich zu sein, ist ihr nicht gegeben. Sonst wohl hätte sie, ich mein, ein bequemes Leben. Jedes ruft und auf der Stell will sein Recht es kriegen. Und sie kann doch nicht so schnell wie die Schwalben fliegen! Ich fürwahr bewundre sie, dass sie noch kann lachen. Was allein hat sie für Müh, alle satt zu machen! Kann nicht einen Augenblick sich zu ruhn erlauben. Und das hält sie gar für Glück! Sollte man es glauben?
Der Osterhas, der Osterhas verlässt den Frühlingsacker, er hoppelt flink den Berg hinauf, er hält sich wirklich wacker. Er scheut nicht Müh und Hasenschweiß, er trägt den Korb aus Weiden, der voll von süßen Sachen ist, drum mag ihn jeder leiden. Die Kinder drunten, tief im Tal, und die auf hohem Berg, sie lieben all den Mümmelmann, den braun bepelzten Zwerg. Der Osterhase steigt zu Berg zur Zeit der Osterfeier und oben unterm Gipfelkreuz, da legt er seine Eier. Ein buntes Ei davon sei dein, ich hab es mitgebracht und hoff — ist auch die Gabe klein —, dass es dir Freude macht!
Mein Tantchen, sieh als Gratulant komm heute ich zu dir gerannt; mein Wunsch steigt aus dem Herzensgrund und heißt: Bleib fröhlich und gesund! Kehr oft in unserm Hause ein, du sollst uns stets willkommen sein, denn eine Tante, lieb wie du, der fliegen alle Herzen zu!
Weil heute dein Geburtstag ist, bring ich dir einen Strauß. Komm, suche dir doch auch etwas von meinem Spielzeug aus. Ich schenke dir, was dir gefällt, ist es mir noch so wert: den Fußball und das Bilderbuch und selbst mein Steckenpferd. Und wenn ich groß gewachsen bin und Geld verdienen kann, so kauf ich dir, mein Großpapa, das Allerbeste dann. Ich kaufe dir dann Zuckerzeug und Brezeln und Konfekt und freue mich, mein Großpapa, wenn es dir herzlich schmeckt.
Du liebe, gute Großmama, wie bin ich dir so gut! Leb lange fröhlich und gesund, hab immer guten Mut. Bin ich erst groß, dann sollst du lachen, da schenke ich dir viel schöne Sachen!
Zwar weiß ich nicht zu sagen viel, kann auch den Takt nicht geben; doch stimm ich froh mein Saitenspiel und rufe: Du sollst leben! Ja, leben sollst du lange noch gesund in unserer Mitte; oh, guter Gott, erfülle doch des kleinen Enkels Bitte!
Großväterchen, bin ich auch klein, kann ich doch herzlich gut dir sein. Hör meinen Wunsch, den ich dir bringe: „Sei immer froh und guter Dinge!" Und wenn ich mal ein wenig tolle um dich herum — deshalb nicht grolle! Ja, bleibe mir nur immer gut; dann bin ich froh und wohlgemut!
Da komm ich kleiner Gratulant mit vollem Herzen, doch leerer Hand; kann auch noch nichts Rechtes dir singen, nur liebend dich umschlingen! Was soll ich dir sagen, was soll ich dir geben? Ich hab ein so kleines, so junges Leben; ich habe ein Herzchen, das denkt und spricht: Ich habe dich lieb! Mehr weiß ich nicht.
Bester Vater, wachs und grüne! Lebe, allerliebster Mann, dass die Last der Amtsgeschäfte deinen Körper, deine Kräfte niemals dünne machen kann. Nimm stets zu als wie die Gänse, die man auf Sankt Martin spart, dass kein Sturm und keine Plagen dir den Hut vom Kopfe schlagen, nichts verletze deinen Bart. Dein Gedächtnis möge brennen wie ein dickes Dreierlicht! Also, Vater, sind die Wünsche, die dein kleiner Sohn dir spricht.