Mutter, schallt es immerfort und fast ohne Pause. Mutter hier und Mutter dort in dem ganzen Hause. Überall zugleich zu sein, ist ihr nicht gegeben. Sonst wohl hätte sie, ich mein, ein bequemes Leben. Jedes ruft und auf der Stell will sein Recht es kriegen. Und sie kann doch nicht so schnell wie die Schwalben fliegen! Ich fürwahr bewundre sie, dass sie noch kann lachen. Was allein hat sie für Müh, alle satt zu machen! Kann nicht einen Augenblick sich zu ruhn erlauben. Und das hält sie gar für Glück! Sollte man es glauben?
Mutter, ich grüß dich so hübsch und so fein, so viel als Rosen im Garten drin sein, so viel als der Mäher an Gräsern abmäht, so viel als der Sämann an Körnern aussät. So viel als Fische durchs Wasser schießen, so viel und noch hunderttausendmal mehr will ich dich grüßen. Und wenn die Welt ein Tintenfass wär und der Himmel aus Pergament und auf jedem Stern ein Schreiberling wär, der da schriebe mit Füßen und Händ und schriebe so fort bis in den Advent: Meine Treue und Liebe hätten noch lange kein End!
Ich schenk der Mutti eine Limo zum Muttertag, wenn sie die mag, sowie ein Freibillett fürs Kino, denn heut ist Mamas Ehrentag. Ich schenk ein rotes Tortenherzchen mit Röschen drauf, dass sie sich freut, sprech ein Gedicht und andre Scherzchen, denn Muttis großes Fest ist heut. Gelöbnisse sind dabei in Mode, ein braves Knickschen passt recht gut, der ganze Rummel hat Methode, weil jedermann das Gleiche tut. Der Blumenhändler hält den Laden heut offen, auch der Bäckersmann verwöhnt die Mütter; 's kann nie schaden! Ab morgen ist der Alltag dran. Dann darf die Mutti wieder schuften, nur heut sind alle treu wie Gold, heut gibt's nur Sträuße, welche duften. Sag, Mutti: Hast du's so gewollt? Zum Muttertag gehören Spiele, da sind in Bravheit wir vereint. Aufmerksamkeiten gibt es viele; ich wünsch, dass ehrlich sie gemeint!
Mutter – schönster Name im weiten Erdenrund, zärtlich gerufen als erster aus Kindermund, leise gesprochen, wenn bang und traurig das Herz, Hilfe suchend im Dunkel bei Sorgen, Not und Schmerz. Du bleibst mir erinnert und schirmend mein Leben lang. Mutter, für all deine Treue und Liebe: Habe Dank, habe Dank!
Zum heutigen frohen Feste wünsch ich von Herzen dir das Schönste und das Beste und deine Liebe mir. Nimm meinen Wunsch aus reinem Sinn und treuer Liebe freundlich hin!
Mütter haben 100 Hände. Sie sind immer da. Und man braucht sie Tag für Tag, selbst in Afrika. Muss ich mal zum Zahnarzt gehen, geht die Mutti mit. Möchte ich den Zirkus sehen, erfüllt sie meine Bitt! Bin ich krank, misst sie mein Fieber, streichelt mir das Haar. Hab ich Mutti darum lieber als im letzten Jahr? Sie verzeiht mir meine Streiche lächelnd. Und ich weiß: Gäb's für Mütter einen Orden, kriegte sie den 1. Preis!
So nimm die einfach schlichte Gabe hin, von einfach ungeschmückten Wort getragen, und meine ganze Seele nimm darin; wo man am meisten fühlt, weiß man nicht viel zu sagen!
Siehe, von allen Liedern nicht eins gilt Dir, o Mutter! Dich zu preisen, o glaub's, bin ich zu arm und zu reich. Ein noch ungesungenes Lied ruhst du mir in im Busen, keinem vernehmbar sonst, mich nur zu trösten bestimmt, wenn sich das Herz unruhig der Welt abwendet und einsam seines himmlichen Teils bleibenden Frieden bedenkt.