So vor fünfundzwanzig Jahren standet ihr am Traualtar. Und der Zukunft Tage waren euch und andren noch nicht klar. Aber heut' im Freundeskreise schaut ihr zurück auf eure Reise, für das Ziel, das nicht mehr Schein, stehen Kinder und Enkel ein. Der Liebe Melodienschatz, er wechselt wie im Fluge, die Ehe bleibt im gleichen Satz, ihr wird die Zeit zur Fuge.
Kaum zu glauben: Fünfundzwanzig Jahre! Wie so schnell die Zeit im Glück vergeht! Und man gratuliert dem Silberpaare, das so mittendrin im Schaffen steht: Immer sei das Leben voller Lieder! – Bei der „Goldenen“ sprechen wir uns wieder!
Ich bin klein, mein Wunsch ist klein: das Silberpaar soll glücklich sein. Was wir heut im Silber kränzen, möge einst im Golde glänzen! Drum nutzet diese schöne Zeit freut euch über jeden Tag zu zweit!
Goldmacher sind verrufen schier, wie wohl ein jeder weiß. Doch bleiben zwei ,die längst erprobt: Die Ehe und der Fleiß. Der Fleiß macht Gold. Nicht jeder triffts. Man plagt sich früh und spät und dankt zuletzt dem lieben Gott, wenn man sein Auskommen hat. Die Ehe ist viel besser drann, sie braucht nicht Glück. Nur Zeit.
Nach fünundzwanzig Jahren ist sie silbern so wie heut! Noch fünfundzwanzig (ihr sollt sehn, ich lad euch freundlich ein); so wird sie (wie jetzt silbern nur), so wird sie golden sein! Wer Lieb und Treu im Herzen trägt und wenn sie Gleiches weiht, für den ist, wie der Weltsturm braust, noch heut die goldne Zeit.
Bis hierher hat euch Gott gebracht, preis ihm und seine Gnade! Er hat stets väterlich gewacht und schirmte eure Pfade, so dass euch heut als Jubelpaar umblüht der Kinder frische Schar.
O möget es euch beschieden sein, verschont von Schicksalsschlägen, noch oft euch dieses Tags zu freun; Und möge auf euren Wegen für Elternliebe, Sorg' und Mühen der Kinder Glück und Dank erblühen!